Zum 150-jährigen Jubiläum der Staatsgründung
von Italien hat sich Virna eines Barolostils
bedient, der sowohl traditionelle als auch
moderne Komponenten geschickt zu verbinden
weiß. Die granatrote Farbe, typisch für die
Rebsorte Nebbiolo, lässt zunächst auf einen
sehr traditionellen Stil schließen. Doch der
Duft wiederum zeigt Noten milder Gewürze,
einen Hauch von Bitterschokolade, reife, saftige
Beerenfrucht und Trockenfruchtaromen von
Feigen und Pflaumen, untermalt mit leicht
balsamischen Noten, typisch für einen modernen
Weinstil. Am Gaumen ist dann die traditionell
ausgeprägte Säure ebenso vorhanden wie ein
Hauch reifer Frucht. Ein Wein mit Länge und
Dichte.
Die Geschichte des Barolo beginnt mit einer
Frau: Markgräfin Giulia Falletti konnte sich
mit den stumpfen, für Italien jahrhundertelang
typischen Rotweinen beim besten Willen
nicht anfreunden. Darum ließ sie Mitte des
19. Jahrhunderts einen Önologen aus ihrer
französischen Heimat ins Piemont kommen,
der im Ort Barolo aus Nebbiolotrauben einen
trockenen Wein nach Bordelaiser Vorbild
erzeugte. Eine Legende war geboren.
Mit Virna Borgogno ist es heute wiederum eine
Frau, die der Legende neue Strahlkraft verleiht.
„Der Barolo ist kein ehrwürdiges Monument, er
ist in erster Linie ein wunderbarer Wein“, sagt
Borgogno. Jahrelang hatte ein Streit die Winzer
von Barolo gespalten. Auf der einen Seite
standen die Traditionalisten, die auf schroffen,
gerbstoffreichen Weinen beharrten, auf der
anderen die Modernisierer, die mit massivem
Barriqueeinsatz auf den internationalen
Weingeschmack setzten. Eine neue Generation
von Winzern, an vorderer Stelle Virna
Borgogno, konzentriert sich wieder auf die
wesentlichen Dinge: den Weinberg, die Traube
und den Genuss.
Über drei Jahre muss ein Barolo reifen, bevor
er auf den Markt kommt – und ist dann immer
noch ein ungestümer Bursche. „Mein Vater hat
mir alles über traditionellen Barolo beigebracht.
Das gab mir die Sicherheit für meinen eigenen
Weg“, sagt Borgogno. Einer ihrer bisher besten
Weine gelang ihr im Ausnahmejahrgang 2007
mit der Sonderedition „Duj Toc“, einer Cuvée
Empfohlen und präsentiert vom Weltmeister der Sommeliers Markus Del Monego.
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