Desmond Dekker, als Desmond Dares am 16. Juni 1941 in Kingston, Jamaika, geboren, "ebnete größeren Talenten, etwa Bob Marley, den Weg" ("Rolling Stone"). Der ehemalige Schweißer war in seiner Heimat Jamaika schon lange berühmt, bevor er in Großbritannien mit Singles wie "Shanty Town" und "Isrealites" zum ersten Reggae-Star aufstieg. Dekker begann seine musikalische Laufbahn 1963 in der Studioband The Aces. In den folgenden Jahren hatte er mit dieser Gruppe einige Hits, darunter "Rock Steady" - der Titel gab dem Genre jahrelang auch den Namen. Danach weitete sich Dekkers Karriere auch in die USA und Großbritannien aus. Anders als in England, wo die hüpfenden Blue Beat-Rhythmen als Zeichen der Lebensfreude verstanden wurden, sah man Dekker in den USA als "rude boy", dessen "Shanty Town" und "Rude Boy Train" ihr Publikum in den Underground Clubs fanden. „Israelites“ brachte es 1969 diesseits wie jenseits des Atlantik zu Hitruhm, Dekker war sogar der erste Jamaikaner, der in Großbritannien einen Nummer-eins-Hit hatte und damit unter der Reggae-Anhängerschaft einen eigenen Lebensstil kreierte. Eine Folge der Popularität waren Reggae-Festivals in England, bei denen auch Johnny Nash, Jackie Edwards und Jimmy Cliff auftraten. Reggae war zu dieser Zeit schon eine eingebürgerte britische Musik. 1970 veröffentlichte Dekker mit "You Can Get It If You Really Want" die Coverversion eines Songs, den Jimmy Cliff für den Reggae-Kultfilm "The Harder They Come" geschrieben hatte. Doch die Ablösung des Rock Steady/Ska durch den Roots Reggae Bob Marleys stand kurz bevor. Dekker blieb in London, nahm aber jahrelang keine Platten mehr auf. 1975 wurde "Israelites" wiederveröffentlicht und gelangte noch einmal in die Charts. Als im Zuge der New Wave Anfang der achtziger Jahre auch Ska wieder gefragt war, brachte Dekker 1980 in Anspielung auf die Bohrmaschinenfabrik die LP "Black And Dekker" heraus, auf der vor allem alte Songs aufgewärmt wurden. Während Dekker ein Jahr später ohne größere Resonanz die LP Compass Points veröffentlichte, hatten Bands wie The Specials, Madness, The Police oder Fischer-Z Hits mit Ska- und "weißen" Reggae-Songs. Obwohl 1984 bankrott, ging Dekker nach wie vor auf Tournee. Unvergessen blieb aber allein sein Song „Israelites“, den der Tonbandhersteller Maxell 1990 für einen Werbefilm auslieh: Aus "Israelites" wurde "My Ears Are Alight".
* 16. Juni 1941
Hits: Shanty Town, Isrealites, Rude Boy Train, You Can Get It If You Really Want
http://www.ataquefrontal.com/desmond
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