John Cale (viola, kb, voc), wurde am 9. März 1942 in Garnant, Wales, geboren. Mit acht Jahren spielte er eigene Klavierkompositionen für die BBC, später studierte er am Londoner Goldsmith College Piano und Viola und ließ sich 1963 mit einem Leonard Bernstein-Stipendium auf das Eastman Conservatory in Massachusetts schicken. Bei der Band The Velvet Underground, der Cale von 1965 bis Oktober 1968 angehörte, traktierte er auf konventionelle Weise die Viola, allerdings mit einer solchen elektronisch verstärkten Vehemenz, daß die Sängerin Cher nur feststellen konnte: "Dazu gibt es bloß eine Alternative - Selbstmord." Nach seinem Abschied von Velvet Underground betreute Cale als Berater der Plattenfirma Elektra "Nico und The Stooges“ bei ihren Plattenaufnahmen und ließ sich auf Solo-Alben hören. Auch mit Brian Eno arbeitete er erstmals zusammen (1. Juni 1974). Seine Einspielungen hatten laut "Melody Maker" die "Qualität Hitchcockscher Mysterien". Cale sah sich in seinem Metier fehl am Platz: "Ich habe im Rock'n'Roll nichts verloren. Ich muß immer wieder darauf hinweisen, daß ich ein klassischer Komponist bin, der seine musikalische Persönlichkeit damit verludert, im Rock'n'Roll zu dilettieren."
Sollte es eine Rückkehr zur Klassik geben, "dann möchte ich wie Schostakowitsch dastehen. Wenn die Zukunft der klassischen Musik jedoch in den Händen von Philip Glass liegt, dann gnade uns Gott."
Trotz dieser Einsicht blieb Cale im Rock-Business, in dem er während der beginnenden achtziger Jahre für die jüngere Rock-Generation die Rolle einer grauen Eminenz spielte. So produzierte er Horses von Patti Smith und das Debütalbum von Squeeze. Seine Kollaboration mit Lou Reed, der "Tribut an Andy Warhol Songs For Drella“ (1990), wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen goutiert. Im selben Jahr nahm er auch an den Aufnahmen zu Enos Album "Wrong Way Up“ teil. 1992 präsentierte Cale sein Talent einmal mehr mit einer Live-Zusammenstellung eigener Songs, der Platte "Fragments Of A Rainy Season“. Doch kehrte er dem Rockzirkus nun wirklich den Rücken: "Ich habe versucht, ein Rockstar zu sein; daran bin ich nicht mehr interessiert. Glücklicherweise."
Statt dessen komponierte er Anfang der neunziger Jahre zunehmend Film- und Ballettmusik.
LPs: Church Of Anthrax (mit Terry Riley, 1971), Fear (1974), Slow Dazzle (1975), Guts (1977), Animal Justice (Mini-LP, 1977), Sabotage (1979), Honi Soit (1981), Music For A New Society (1982), Caribbean Sunset (1984), Words For The Dying (1989), Wrong Way Up (mit Brian Eno, 1990), Songs For Drella (mit Lou Reed, 1990)
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