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Sun Ra Arkestra

“Nuclear War”

erschienen auf dem Album

Nuclear War

Sun Ra, bürgerlich: Herman "Sonny" Blount (kb, cond), am 22. Mai 1914 in Birmingham, Alabama, geboren, nach eigenen Worten aber auf dem Saturn, Bestimmungsort USA, präsentierte seinen aus Jelly Roll Morton-Erinnerungen, Duke Ellington-Vorlagen und Bebop-Anklängen destillierten Elektronik-Jazz als kosmischen Avantgarde-Zirkus. Um einen beständigen Nukleus von Musikern wie John Gilmore (ts), Pat Patrick (bs), Marshall Allen (as), Ronnie Boykins (b) scharte er bis zu 100 Mitwirkende umfassende Big Band-Formationen wie das Astro-Solar Infinity Arkestra oder das Intergalactic Research Arkestra oder auch einfach Sun Ra Arkestra, in denen Sonnenharfen, Drachentrommeln, Rocksikorde gespielt wurden. Dazu verkleidete sich das Ensemble in altägyptisch-futuristischen Outfits und artikulierte sich mit "Weltraum-Stimmen". Hinter all dem Theaterdonner blieb der musikalische Erfindungsreichtum des "mystischen zeitgenössischen Ellington" ("Melody Maker") durchaus hörbar. Sun Ra, der zunächst in Chicago als Arrangeur für Fletcher Henderson und andere Bandleader gearbeitet hatte, führte 1957 zum erstenmal das elektrische Piano in den Jazzkontext ein und probierte ab 1961 in New York und Philadelphia polyrhythmische Perkussionseffekte nach afrikanischer Tradition, extravagante Instrumente-Kombinationen und verwegene Melodieführungen mit auf- und absteigenden Tempi.
Hyperkinetische Showstücke wie Rocket Number Nine Takes Off For The Planet Venus, The Heliocentric Worlds Of Sun Ra oder A Fireside Chat With Lucifer machten deutlich: "Der Rest der Welt ist immer noch um Lichtjahre hinter Sun Ra zurück" ("Down Beat").
Sun Ra starb am 30. Mai 1993 in seiner Heimatstadt Birmingham. Das Arkestra wurde zunächst von John Gilmore und nach dessen Tod von Marshall Allen weiter geführt.


LPs (Auswahl): Heliocentric Worlds (1962), Heliocentric Worlds Volume 2 (1966), Sun Song (1968), Nuits De La Fondation Maeght (1970), The Magic City (1973), Sound of Joy (1978), Sunrise In Different Dimensions (1981), Strange Celestial Road (1987), Live At Pit-Inn, Tokyo (1988), Blue Delight (1989), Mayan Temples (1990), At The Village Vanguard (1991), Destination Unknown (1992)


http://www.holeworld.com


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