Afrika Bambaataa, bürgerlich: Bambaataa Kahyan Aasim, am 17. Juni 1957 in der Bronx, New York, geboren, galt als "Master of Records", obwohl er kein erstrangiger Sänger, Rapper, Musiker oder DJ war.
"Überleben, wirtschaftlich behaupten, den Leuten beim Fortkommen helfen", skizzierte der Lebenshelfer die Hauptziele der von ihm gegründeten Jugendorganisation Zulu Nation, die im schwarzen und hispanischen Ghetto auf unkonventionelle Weise Sozialhilfe betreibt. Inspiriert von James Brown (Say It Loud, I'm Black And I'm Proud), Sly Stone (Stand) hatte sich der überzeugte Muslim 1969 zunächst der in der Bronx populären Jugend-Gang Black Spades angeschlossen. Der mehr an Rhythm&Blues als an Sport und Straßenkämpfen interessierte Musikfreak gründete dann in der Schule die Freizeitgruppe Zulus, die bald schon Mitglieder in anderen Stadtteilen gewann, sich zur Zulu Nation erweiterte und ihr Interesse hauptsächlich auf Musik und Tanz konzentrierte. Nachdem ein enger Freund 1975 bei einer Polizei-Aktion erschossen worden war, widmete sich Bambaataa intensiv seinem Konzept, "Kugeln mit dem Plattenspieler aufzuhalten".
Clive "Kool Herc" Campbell, ein Einwandererjunge aus Kingston, Jamaika, hatte zu jener Zeit die Technik des "toasting" in der Bronx bekanntgemacht, bei der der Discjockey über einen instrumentalen "Dub"-Track im Sprechgesang "rappt". Bambaataa verfeinerte diese Technik, indem er im Fernsehen mitgeschnittene Show-Themen, Percussion-Effekte und Funk-Hits im cleveren Mix miteinander verschnitt. 1980 probierte er seine Collage-Künste auf Platte (Zulu Nation Throwdown), 1982 montierte er aus Elektronik-Rhythmen unter Mithilfe seiner Soul Sonic Force den Hip Hop-Bestseller Planet Rock. Rapper G.L.O.B.E. lieferte zu den Sphärenklängen aus dem Ghetto psychedelische Oden.
"Auf der Suche nach dem perfekten Beat" (LP-Titel) nahm Bambaataa später mit seinem Idol James Brown und John Lydon antirassistische (Unity) und Anti-Atomkraft-Songs (Total Nuclear Destruction) auf. Ende der achtziger Jahre übernahm eine jüngere Generation diese Pflicht, schärfer, härter und oft auch rüder als Bambaataa. Zwar konnte er für The Light (1988) noch ältere schwarze Stars wie Nona Hendryx, Bootsie Collins und George Clinton sowie Mitglieder von UB 40 gewinnen. Andere Hip Hop-Gruppen wie etwa 95 South zitierten bereits seine Musik. Er selbst vermochte jedoch keine Akzente mehr zu setzen.
LPs (Auswahl):
Jazzy Sensation (mit The Jazzy 5, 1981), Planet Rock (1982), Looking For The Perfect Beat (1982), Renegades Of Funk (1983), Unity (mit James Brown, 1984), Funk You! (1985), Beware (The Funk Is Everywhere,1986)
, The Light (1988), The Wildstyle (1983), World Destruction (1984), Shango Funk Theology (1984), Live (1991), The Decade Of Darkness 1990-2000 (1991), Lost Generation (1996), Zulu Groove (1997), Electro Funk Breakdown (1999), Hydraulic Funk (2000)
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