Als eine der schillerndsten Vertreter der Glamrock-Bewegung sind die britischen Roxy Music bis heute im Gedächtnis Musikinteressierter verankert. Ein kleines Missverständnis, denn tatsächlich können die Briten mit ihrer Mischung aus Avantgarde-Rock der Spät-60er und poppigen Hooklines als Vorläufer und Ideengeber des Genres gelten.Nachdem Kunstlehrer Bryan Ferry 1970 seine Kurse in musikalische Aufnahmesessions umgestaltet, setzt ihn die Schulleitung vor die Tür, was in ihm den Entschluss reifen lässt, eine Band zu gründen. Ein Jahr nach den ersten Gehversuchen von Ferry, Bassist Simpson und Saxophonist Mackay, bringt letzterer den Synthie-Fan Brian Eno in die Band, wie Ferry ein kreativer Sturkopf. Von nun an geht's bergauf. Während Songwriter Ferry amerikanischen Soul und die Harmonien der Beatles bewundert, drängt Eno zur eigenen Version des Rock-Experimentalismus à laVelvet Underground. Diese interessante Mischung führt zum hoch gelobten Debütalbum, durch das sie zusammen mit der Single "Virginia Plain" zum heißesten Newcomer aufsteigen und 1972 mit der Flötenbande Jethro Tull auf Tour gehen. 1973 verlässt Brian Eno die Band nach dem zweiten Album im Streit und startet eine Solokarriere. Von nun an arbeitet er an unzähligen Projekten, produziert u.a. Alben von Bowie und den Talking Heads und gründet 1975 sein eigenes Label. Mitte der 70er erobern Disco-Elemente den bandtypischen Soul-Pop, der Song "Love Is The Drug" bringt die Band erstmals in Amerika in die Hitlisten. Roxy Music leidet darunter keineswegs, „Flesh And Blood" führt 1980 die UK-Charts an. "Avalon", mit der gleichnamigen Hitsingle, verkauft sich in Amerika eine Million mal. Am Zenit angelangt löst Ferry die Band auf. Anfang der 80er stürmen dafür Roxy Music-beeinflusste englische Bands wie Duran Duran, ABC die Charts. Bryan Ferry veröffentlicht seit dem Split mehr oder weniger interessante Soloalben. Sein ehemaliger Mitstreiter Brian Eno, der aufgrund seiner Platten "Music For Films" und" "Music For Airports" seit Ende der 70er als Erfinder von Ambient verehrt wird, findet sich in den 80ern durch die fruchtige Zusammenarbeit mit U2 in der Eliteliga der Top-Produzenten wieder. 2001 veröffentlicht Eno zusammen mit dem Frankfurter DJ und Klangkünstler J. Peter Schwalm, den er 1998 bei der Installation "Future Light Lounge Proposal" in Bonn kennengelernt hat, das Album "Drawn From Life". Für Ferrys 2002er Solo-Album "Frantic" begab sich Eno in dessen Aufnahmestudio, stöpselte seine Synthies ein und komponierte mit "I Thought" gar einen Song mit seinem eh"maligen Sänger.
LPs: Roxy Music (1972), For Your Pleasure (1973), Stranded (1973), Country Life (1974), Siren (1975), Viva (live) (1976), Greatest Hits (1977)
Manifesto (1979), Flesh And Blood (1980), Heart Still Beating (live 1982), The Best (2001), Live (2003)
http://www.roxymusic.co.uk
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