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The Searchers

“Sweets For My Sweets”

erschienen auf dem Album

40Th Anniversary Collection

John McNally aus Liverpool, der vorher schon in diversen Skiffle-Gruppen aktiv war, gründete um das Jahr 1960 herum eine Band und nannte sie nach einem damals sehr populären Western mit John Wayne "The Searchers". Durch eine Vielzahl lokaler Auftritte im Umkreis Liverpools begünstigt, erreichte der Ruf dieser neuen Band sogar den Hamburger Star-Club, das damalige Mekka des aufkeimenden Beat, wo sie über vier Monate hinweg mehrmals pro Abend ihre einstündige Show abzogen. Sie wurden unter Vertrag genommen von Tony Hatch, dem Produzenten, der einen Erfolgstitel für Chris Montez verfasste und später auch mit Petula Clark (Downtown) erfolgreich sein sollte. Die Searchers setzten sich anfangs zusammen aus John McNally (lead-g), Mike Pender (g), Tony Jackson (b) und Chris Curtis (dr). In der Frühzeit war auch noch Johnny Sandon mit von der Partie, der sich jedoch schon Ende 1961 absetzte, um sich mit den Remo Four zusammenzutun. Der typische Searchers-Sound entstand einmal durch den unverwechselbaren Klang ihrer Gitarren, aber auch durch die Tatsache, daß sie keinen eigentlichen Leadsänger hatten und somit alle gemeinsam - auf die eine oder andere Weise - den Gesangspart übernahmen.
Ab 1963 lieferten die Searchers tatsächlich eine ganze Reihe von Hits ab. Zunächst verlegten sie sich auf Coverversionen amerikanischer Songs - übrigens eine Masche, die in einer Zeit, in der lokale Musikszenarios eine wichtige Rolle spielten und an globale Kommunikation oder weltweite Hitparaden noch nicht zu denken war, als absolut legitim galt. Mit Sweets For My Sweet, einem ursprünglichen Erfolg der Drifters (von 1961), begann ihre relativ kurze, aber steile Karriere. Danach kam wohl der Hit, der sie bis heute im Oldie-Revival-Circuit überleben läßt: Needles And Pins (viele Jahre später - 1977 - nochmals von Smokie in die Hitparaden gebracht). Das Lied war eigentlich für Jackie DeShannon geschrieben, übrigens von Sonny Bono, der männlichen Hälfte von Sonny & Cher. Weitere mittelprächtige Hits lauteten: Don't Throw Your Love Away (ursprünglich eine B-Seite der Orlons), Goodbye My Love, When You Walk In The Room oder Sugar And Spice, verfasst von ihrem Produzenten Tony Hatch unter dem Pseudonym Fred Nightingale. 1964 veröffentlichten die Searchers einen alten Leiber/Stoller Titel und erzielten damit ihren größten Erfolg in den Vereinigten Staaten: Love Potion Number Nine. Ihre Schallplattenerfolge verliefen eine Zeitlang sogar parallel mit dem rasanten Erfolg der Beatles.1965 wurde Tony Jackson am Bass ersetzt durch Frank Allan, der von Cliff Bennett & The Rebel Rousers zu ihnen stieß und später übernahm der Drummer Johnny Blunt den Job von Chris Curtis, der ins Produktionsgeschäft wechselte und gleich darauf mit Paul und Barry Ryan denselben Titel aufnahm wie die Searchers zu dieser Zeit: Have You Ever Loved Somebody (eine Komposition der Hollies). Beide konkurrierenden Versionen kamen über die Top 50 nicht hinaus. Am Rande sei noch vermerkt, daß Chris Curtis auch an der Entstehung von Deep Purple nicht ganz unbeteiligt war. 1969 folgte ein weiterer Drummer, Billy Adamson. Einen vorerst letzten Anlauf, sich wieder ins Gespräch zu bringen, unternahmen die Searchers im Jahr 1972 mit einer Session bei RCA und Neuaufnahmen ihrer alten Hits. Für den Rest der 70'er schwamm die Band auf der Cabaret- und Oldiewelle durch ganz Europa, denn neue Hits wollten sich begreiflicherweise nicht mehr einstellen. Erst 1985 ließ eine Ticker-Meldung die Fangemeinde wieder aufmerken: Mike Pender, ein Mann der ersten Stunde, verläßt das Boot, um seine eigenen Searchers zu gründen. Zwar gab es ein rechtliches Agreement, daß er nicht den Originalnamen verwenden darf, das hinderte ihn aber nicht, seine Gruppe "Mike Pender's Searchers" zu nennen. 1988 gab es dann nach langer Durststrecke wieder eine Veröffentlichung, Hungry Hearts, auf der bereits der Pender-Ersatz Spencer James die Leadstimme übernahm. Jüngere Searchers Fans lieben dieses in Deutschland eingespielte Album, weil es sich in dezenter Form klanglich der Neuzeit nähert. Zwei Neuaufnahmen alter Hits sind natürlich auch dabei.Bis Mitte der 60'er Jahre waren die Searchers in ganz Europa sehr populär, dann verblasste ihr Ruhm zusehens, da sie ihren Stil, wie etwa auch die Ventures oder Shadows, nicht dem sich verändernden Geschmack der erstarkenden Hippie-Gemeinde anpassten. Sie wollten wohl bei ihrer Art des Merseybeats bleiben. Das hat ihnen bis heute eine treue Anhängerschaft bewahrt, die ihnen auf diversen Oldie-Festivals immer noch vergnügt lauscht.

LPs: Meet the Searchers 1963 Sugar & Spice 1963 Hear! Hear! 1964 It's the Searchers 1964 This Is Us  1964 The Searchers No. 4 1965 Second Take 1972 Needles & Pins 1974 The Searchers 1979 Play for Today 1981 Hungry Hearts 1988


http://www.the-searchers.co.uk


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