

Dr. Harald Eggebrecht
Der Herausgeber ist unter anderem freier Autor und Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung. Er hat zahlreiche Beiträge zu Themen der Musik- und Kulturkritik in Funk, Presse und in Büchern veröffentlicht (beispeisweise über große Cellisten, zu Celibidache, Schumann, Bruckner, u.a.). Sein Buch "Große Geiger" gilt als Standardwerk. In der von ihm ausgewählten SZ Klassik Edition Jahrhundert Geiger stellt Harald Eggebrecht nicht nur die musikalische Persönlichkeit jedes Virtuosen vor, sondern beschreibt auch die indiviuellen Spielweisen anhand kommentierter Musikbeispiele. Auch Nicht-Experten erschließen sich so Struktur und Schönheit der Stücke und das unverwechselbar Charakteristische der "Jahrhundert Geiger".
Alle Künstler der Sammlung
Gidon Kremer
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Gidon Kremer
Prokofjew, Rochberg,
Schnittke
Kremer ist der große Entdecker des Noch-nie-Gehörten, ein Klangfinder, dessen Spiel in den besten Augenblicken einem Schöpfungsakt gleicht. Er wurde 1947 in Riga geboren, sein Großvater, der Violinist Karl Brückner floh 1935 aus Nazi-Deutschland nach Moskau und wurde nach dem Krieg Professor am Rigaer Konservatorium. Schon mit vier Jahren begann Kremers Ausbildung, auch die Eltern waren Geiger.
S. Prokofjew Sonate Nr. 1 für Violine und
Klavier f-Moll Op. 80 (28:29)
1. Andante assai (6:58)
2. Allegro brusco (6:42)
3. Andante (7:33)
4. Allegrissimo - Andante assai (7:17)
5. G. Rochberg Paganini-Variationen (8:12)
A. Schnittke Konzert Nr. 4 für Violine
und Orchester (1984) (33:43)
6. Andante (4:59)
7. Vivo (6:56)
8. Adagio (9:36)
9. Lento (12:11)
10. Erläuterungen von Harald Eggebrecht
mit Musikbeispielen (7:03)
Entdecker des Noch-nicht-Gehörten
Gidon Kremer ist seit Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Instanz des Musiklebens. Sein Appetit auf Klangwelten der Gegenwart scheint grenzenlos, ob Minimal Music bei Philip Glass oder rauschhafte Expressivität bei Hans Werner Henze, ob große Violinmeditation bei Luigi Nono oder Neuheiten von Edison Denissow, So.a Gubaidulina, Arvo Pärt oder Alfred Schnittke – Kremer ist für sie der engagierteste und beste Anwalt, genauso wie er die Werke der Klassik und Romantik mit seiner Nervenkunst begeisternd neu beleuchtet.